Bildungsnachrichten

Wie wählt ein passendes Studienfach aus?

Wie wählt ein passendes Studienfach aus?

Was ist die entscheidendste Zeit des Lebens? Ist es die Zeit, wenn man Kinder aufzieht? Die Zeit, in der man bereits einen gewissen Reichtum akquiriert hat? Oder die Zeit in der man Kinder grosszieht?

Ich denke, eine der wichtigsten Phasen des Lebens ist die Zeit, in der man das Gymnasium abschliesst und sich ein Studienfach aussucht. Allerdings ist es auch die Zeit, in der man sich im «Sturm und Drang» befindet: So viele Sachen sind neu, man ist kurz davor auf eigenen Füssen zu stehen, verlässt das Dorf, in dem man aufgewachsen ist, Freundschaften, die ein Leben lang gewachsen sind, werden erstmals auf die Probe gestellt. Und in dieser Zeit soll man eine lebensentscheidende Weichenstellung vornehmen? Möglichst faktenbasiert, wissend, was man im Leben erreichen will?

Die Auswahl an Studienfächern ist überwältigend und eigentlich nicht nur das, denn die Welt steht den Jugendlichen von heute offen. Man kann fast überall auf der Erde ein Studium anfangen. Man kann sich entscheiden, an eine Uni in China zu gehen, man kann in Frankreich anfangen zu studieren, oder in der Schweiz. Im Prinzip kann man sich mit einer Abitur aus Deutschland oder einer Matur aus der Schweiz oder Österreich fast überall anmelden oder bewerben.

Nun ist es ja so, dass nicht jedem gegeben ist, ganz von zu Hause wegzuziehen, schon der Umzug in eine andere Stadt ist ein grosser Schritt, der wohl überlegt sein soll, denn Heimweh ist ein grosser Hemmer, der schwerwiegend auf die Leistungsfähigkeit wirken kann.

Doch wie wählt man denn ein Studienfach aus? Ist es Eingebung? Ist es akurate Planung und Ausscheidungsverfahren? Macht man eine Pro- und Kontraliste?

Das ist wohl äusserst individuell: Für mich war es während meiner ganzen Zeit im Gymnasium klar, dass das einzige Wahre ein Studium der Rechtswissenschaften sein kann. Ich habe mich im Schwerpunktfach, wie das bei uns in der Schweiz heisst, mit Jura und Wirtschaft bereits etwas beschäftigt und fand die Materie sehr interessant. Auch die Berufsmöglichkeiten fand ich toll und wollte unbedingt Richter werden. John Grisham zu lesen, gehörte zu meinen Lieblingsbeschäftigungen und ebenso Ferdinand von Schirrach. In der Schweiz ist es einfach, man meldet sich an, bezahlt die Studiengebühren und sendet den Maturitätsausweis und schon ist man immatrikuliert. Ein paar Monate später ging es los.

Ich war aufgeregt wie am ersten Schultag, entschloss mich, eben nicht umzuziehen, sondern mit dem Zug zur Uni zu fahren und die Zeit unterwegs fürs Lernen zu verwenden. Doch bald kamen die ersten Prüfungen, welche ich grandios in den Sand setzte. Das zweite Semester war nicht besser und am Ende des Dritten beschloss ich, mich zu exmatrikulieren, bevor ich alle Prüfungen verfehlte und mich lebenslang gesperrt hätte.

Kann man also überhaupt das richtige Studienfach finden? Lohnt sich die Vorbereitung? Ich denke, es ist tatsächlich unterschiedlich und einen vernünftigen Rat zu geben schier unmöglich. Ich habe festgestellt, dass ich zwar einen Traum habe und diesen auch ziemlich visualisiert hatte, dennoch stellte ich fest, dass die Realität an der Universität anders war, als ich mir dies vorgestellt hatte. Sieben Jahre später nehme ich ein neues Studienfach in Angriff, habe mir in der Zwischenzeit eine Wohnung gekauft, jahrelang gearbeitet und bin mir mittlerweile sicher, dass ich diesen Ausgleich brauche: Studieren und Arbeiten, denn daran ist es für mich beim letzten Mal gescheitert: Nur Studieren wurde mir zu eintönig.

Mein Appell: Wählt das Fach nach Gutdünken aus, wählt es nach euern Leidenschaften aus und macht euch keine Gedanken, was man damit in Zukunft anstellen wird, denn eine Nische findet sich immer!

Kann man im Gymnasium richtige Entscheidungen treffen?

Kann man im Gymnasium richtige Entscheidungen treffen?

Die Gymnasiumszeit geht von ungefähr dem zehnten Lebensjahr bis zum achtzehnten Altersjahr. Die wohl bewegendsten Jahre eines jeden Menschen. Die schwierigsten, aufregendsten Jahre, die grössten Umbrüche, körperlich und psychologisch. Gleichzeitig ist es die Zeit, in der man die Weichen für die Zukunft stellt. Man entscheidet, wie man gedenkt, sein Leben zuzubringen. Doch liegen zwischen dem achtzehnten Lebensjahr und der Rente ungefähr fünfzig Jahre.

Im Gymnasium ist die Welt aufregend, jeden Tag neuen Lernstoff entdecken, viel Pauken müssen, daneben spielen die Hormone verrückt, man löst sich von den Eltern ab und macht erste sexuelle Erfahrungen. Diese Zeit ist stürmisch, viele Leute experimentieren mit verschiedenen Kleidungsstilen, mit Musikrichtungen, auch Alkohol und andere Substanzen werden ausprobiert. Neben all diesen Herausforderungen muss eine Leidenschaft gefunden werden, die stark genug ist, ein Studium oder eine Ausbildung durchzustehen. Ist das aber überhaupt möglich? Kann man eine solche Entscheidung treffen, ohne sie irgendwann zu bereuen, ohne irgendwann eine andere Idee zu haben, die besser gefällt? Muss man heutzutage einen Beruf auswählen und dann mit diesem Beruf alt werden?

Gerade für Gymnasiasten passt das Sprichwort, dass die Welt den Abgängern zu Füssen liegt. Egal, ob man in China studieren, in Amerika Au-Pair sein oder in Neuseeland einem Winzer helfen möchte, all das ist heutzutage mehr oder weniger problemlos möglich. Aber diese Vielfalt ist es, welche die jungen Menschen in Bedrängnis bringt und die Auswahl schwermacht. Kaum eine Generation hatte jemals so viele Möglichkeiten wie die Leute, die in den letzten zwanzig Jahren jung waren.

Ich selbst habe mich nach der Matur in der Schweiz dazu entschlossen, Jura zu studieren. Ich war Feuer und Flamme für Gesetze, Verordnungen und was es sonst noch gibt – dafür, was eine Gesellschaft zusammenhält.

Nach einigen Semestern, die ich mit grösster Mühe hinter mich gebracht habe, stellte ich fest, dass dies nicht das richtige für mich ist. Die Entscheidung, welche im Gymnasium traf, war also falsch.

Kann man deswegen davon ausgehen, dass man keine richtigen Entscheidungen treffen kann, wenn man mit achtzehn die Weichen für die Zukunft stellt?

Die Zeit, in der man die zweite Dekade seines Lebens anfängt, sollte dazu da sein, zu experimentieren. Man soll denken, dass man die richtige Entscheidung trifft und sein ganzes Herzblut in das stecken, was man anfängt. Scheitert es, soll man wieder aufstehen und weitergehen. Ist es das Richtige? Wunderbar, dann gehört man zu einer Minderheit, welche auf den ersten Anlauf die Berufung gefunden haben.

Sehr viele meiner Klassenkameraden haben ihre Erfüllung gefunden, kannten sich also damals bereits gut genug, um zu wissen, was sie möchten. Und jene, welche das Studium abgebrochen haben? Nun, für mich selbst kann ich sagen, dass ich extrem froh bin, um jene Jahre, die ich «verloren» habe. Kaum eine Periode hat mir so viel Selbstvertrauen gegeben, wie jene Zeit. In Kürze werde ich, zehn Jahre später erneut ein Studium aufnehmen. Dieses Mal hoffentlich erfolgreicher. Davon bin ich aber überzeugt, denn ich weiss ja, wie ich es nicht machen sollte. Ich habe rückblickend gelernt, worauf es ankommt, wie ich den Stoff bewältigen muss und welche Ziele ich verfolgen soll.

Zehn Dinge, die ich im Gymnasium schon gerne gewusst hätte.

Zehn Dinge, die ich im Gymnasium schon gerne gewusst hätte.

Endlich, die grosse Freiheit. Die grösste Hürde ins Erwachsenenleben ist mit dem Abitur oder der Matura genommen. Danach: Grenzenlos, die Freiheit. Man kann alles machen, Tür und Tor stehen weit offen. Nach Australien aus Wandern? Der grossen Liebe nach Peru folgen? An der Harvard Universität studieren? Armen Kindern in Nigeria helfen? Alles geht.

Was macht man aber mit so viel Freiheit? Und weiss man denn auch wie man mit der Freiheit umgehen soll, wenn man gerade erst das Gymnasium verlassen hat?

Im Prinzip bewegen einen Menschen zwei Dinge: Beruflichen Werdegang und die Beziehungsfindung. Beides wird mit dem Erwachsenwerden akuter. Für viele ist das Ende der gymnasialen Zeit auch der Anfang der ersten grossen Liebe. Doch dann den Anspruch zu haben, bereits den Partner fürs Leben gefunden zu haben, führt nur zu Kummer und Sorgen.

  1. Die Gelassenheit zu verstehen, dass Liebe kommt und geht.

Daneben steht eine Studiumswahl an, oder die Wahl des Ausbildungsplatzes. Auch dort hat man in der Regel den absoluten Anspruch: Man will DEN Job fürs Leben finden. Doch auch das ist heute nicht mehr so und man sollte sich eher darauf fokussieren, etwas zu finden, das momentan grossen Spass macht und worin man viel Zeit investieren will.

  1. Den Traumjob gibt es nicht.

Viele Freundschaften möchte man von den Kindheitstagen in die Erwachsenenzeit retten. Man ist zusammen aufgewachsen, hat die erste Liebe besprochen, den ersten Rausch gehabt und vielleicht den ersten Kater. Doch dann kommt der Studienbeginn, man zieht in verschiedene Städte, man lernt neue Leute kennen und mit der fachlichen Veränderung beginnt auch eine persönliche Veränderung.

  1. Freundschaften halten nicht ewig und das ist auch gut so.

Die Angst, etwas zu verpassen. Niemals war sie grösser als in den Teenie-Jahren. «Ben feiert Geburtstag, Ralf hat mich eingeladen und Sophie will in den Club» und natürlich alles an einem Abend. Möglichkeiten gibt es tausende, man möchte, wie das Sprichwort sagt, auf jeder Hochzeit tanzen. Mit den Jahren merkt man aber, dass es so viele Möglichkeiten gibt, so viele Feiern, Kinos, Konzerte, Clubs und man hat nur einen gewissen Zeitbetrag auf seinem Konto.

  1. Es ist kein Problem, nicht überall dabei zu sein.

Die ganze Freizeit damit verbracht, Schlachten auswendig zu lernen? In der Pubertät vor allem Beethovens Pianosonaten angehört? Glückauf! Die Zeiten an der Uni werden aufzeigen, dass man nicht der Aussenseiter ist, für den man im Gymnasium gehalten wurde.

  1. Im Erwachsenenalter findet man Gleichgesinnte. Fast ganz von allein.

Viele sind bestrebt, beste Noten zu erzielen, es wird gepaukt, was das Zeug hält. Hat man einmal eine schlechte oder gar ungenügende Note, wird man von der Existenzangst heimgesucht.

  1. Es ist in Ordnung, nicht der Beste zu sein.

Irgendwann denkt jeder darüber nach, was er am Besten kann, was er am liebsten macht. Diesem Traum soll man folgen, egal, ob man mit dieser Fähigkeit viel oder wenig Geld verdienen kann, ob die Chancen auf einen Arbeitsplatz gerade gut aussehen, oder nicht.

  1. Ein Studienfach muss nicht reich machen.

Wenn man jung ist, denkt man, man sei unsterblich. Die Eltern haben vermutlich viel Geld und Zeit darin investiert, ihre Kinder gesund zu ernähren, sie mit genügend Sport fit zu halten und aufs Leben vorzubereiten. Doch dann kommt die Pubertät und das Studentenleben und man lässt sich gehen. Man trinkt zu viel, man isst Tütensuppen und Essen vom Asiaten um die Ecke.

  1. Man ist nicht unsterblich, man muss zum Körper Sorge tragen.

Viele von uns sind in behüteten Familien gross geworden. Werte wurden uns auf den Weg gegeben, ein soziales Netz wird gespannt. Oftmals lösen und distanzieren wir uns von der Familie aber während des Erwachsenwerdens.

  1. Familie ist die Basis der Persönlichkeit.

Das Wichtigste im Leben ist, sich selber zu sein. Man sollte früh zu seiner Eigenständigkeit stehen, denn man muss sich vor niemandem rechtfertigen.

10. Sei du selbst, denn nur du musst mit dir glücklich sein.